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Die traurige Geschichte einer grossen Liebe

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Die traurige Geschichte einer grossen Liebe

Ihr alle wisst von dem Spendenaufruf, den wir gestartet haben, zugunsten einer Hörerin. Da sich so viele daran beteiligt haben, wollen wir euch die Hintergrundgeschichte nicht vorenthalten. Zum Schutze unserer Hörerin haben wir die Namen nicht ausgeschrieben.

Die beiden Hauptakteure kennen sich schon lange. Eigentlich ihr halbes Leben. 1988 lernten sie sich kennen. R. war der Mann ihrer besten Freundin. Zwei Jahre später zog er mit seiner Frau gen Osten und der Kontakt war nur noch lose. M. hatte unterdessen kein leichtes Leben und mit ihrem Ehemann keine gute Wahl getroffen.
Aber auch R. erging es nicht wirklich gut, er trennte sich 2002 von seiner Frau und kehrte zurück in die Heimat. M. war eines Tages mit dem Bus unterwegs als sie an einer Haltestelle aus dem Fenster sah und R. in ein Geschäft gehen sah. Sie überlegte nicht lange und stieg aus dem Bus aus um ihn zu begrüßen. Der Beginn einer großen Liebe, die am September 2006 im Ehehafen mündete. M. hatte endlich einen Partner gefunden, der sie auf Händen trug und ihr die Wünsche von den Augen ablas. R. arbeitete schon dreißig Jahre als Trucker, und da ihre Kinder groß waren, war sie auf seinen Fahrten mit dabei. Sie selber bezeichnet die Zeit im Lkw als die schönsten Zeiten ihrer Beziehung. Dieses Alleinsein mit ihm, das Miteinander auf den Touren schweißte die beiden eng zusammen. Ihr Glück sollte nicht lange währen. Schon ein Jahr später schlug das Schicksal gnadenlos zu. Dabei begann alles ganz harmlos. R. musste sich einer kleinen Knie OP unterziehen. Schon nach einer Woche saß R. wieder im Truck und ging seinem Beruf nach.

Und doch scheint diese Operation der Auslöser für das folgende gewesen zu sein. Am 17.10.2007 geschah das unfassbare. Während einer Tour quer durch Deutschland endete ihr Glück. Der Rasthof Diemelstadt, an dem an diesem Tag die Fahrt endete, wurde zum Schauplatz eines tragischen Unglücks. Nach dem gemeinsamen Essen gingen sie zurück zum Truck, R. öffnete seiner Frau die Türe ging um den Laster rum um selbst einzusteigen. Während dem setzen spürte er wie ihm schlecht wurde, er drehte sich um, wollte sich nach draußen beugen und fiel wie ein Stein aus dem Wagen. M. lief sofort um den Wagen rum, wollte ihrem Mann helfen, doch sie konnte ihn nicht umdrehen, so trommelte sie einen anderen Trucker aus seinem LKW, der ihr auch sofort half. M. lief unterdessen zurück ins Rasthaus um den Notarzt zu verständigen. Ein Feuerwehrmann im Restaurant bekam dieses Telefonat mit und lief sofort nach draußen. Er führte die Wiederbelebungsversuche bis zum Eintreffen des Rettungswagens durch. Nachdem R. intubiert war wurde er ins nahegelegene Krankenhaus Warburg gebracht. Als M. dort ankam wurde ihr vom Arzt die vernichtende Diagnose mitgeteilt, ihr Mann würde diese Nacht nicht überleben. Doch R. überlebte. Nach sechs Wochen Intensivbetreuung wurde er zur Frühreha nach Hagen geschickt. Dort verblieb er acht Wochen. Auch dort wieder nur schlechte Nachrichten. Hoffnungslos, das Beste wäre, sie würden ihren Mann sterben lassen. Doch M. gab nicht auf, besorgte einen Platz in einer nahegelegenen Pflegeeinrichtung und war täglich bei ihrem Mann.

Zwei Jahre später bekam sie in der Selbsthilfegruppe den Hinweis, dass es jetzt in Gelsenkirchen eine neue Einrichtung speziell für Wachkomapatienten gibt. Erneut nahm sie den Kampf auf, setzte alle Hebel in Bewegung um ihren Mann dort unterzubringen, was ihr letztendlich auch gelang. Für M. bedeutete dies einen erheblichen Mehraufwand. Selbst gehbehindert und auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen entstand jetzt bei jedem Besuch ein immenser Zeitaufwand. Um drei bis vier Stunden bei ihrem Mann sein zu können, war sie den ganzen Tag unterwegs. Trotzdem fuhr sie regelmäßig alle zwei Tage nach Gelsenkirchen.


joomplu:204Der Wunsch, ihren Mann daheim zu haben, wieder mit ihm zusammen zu leben, wurde immer stärker und in diesem Jahr begann sie diesem Ziel Schritt für Schritt näher zu kommen. Sie organisierte Unterstützung bei der Pflege, stellte Anträge und begann mit der Wohnungssuche. Alles lief so wie sie es sich vorgestellt hatte und man konnte täglich ihre große Vorfreude spüren. Endlich war eine Rollstuhl gerechte Wohnung gefunden, sogar eine kleine Terrasse war vorhanden, und zudem auch noch ihrem schmalen Geldbeutel angepasst. Leider war diese Wohnung in Händen eines Maklers, der auf sofortige Barzahlung der Courtage bestand.

So kam es zu dem bekannten Spendenaufruf, der sehr schnell zu einem Teilziel führte. Es fand sich eine Spenderin, die bereit war das Geld zur Verfügung zu stellen. Doch wir wollen noch mehr, wir wollen, dass M. weniger, oder noch lieber, nichts zurückzahlen muss, da sie das Geld für notwendige Anschaffungen dringend benötigen würde.
Der Initiative dreier Jugendlicher ist es zu verdanken, dass schon ein paar Euro zusammen gekommen sind, ebenso danken wir einigen Spendern. Die drei Jugendlichen hörten über ihre Mutter von dieser Aktion und kamen spontan auf die Idee „wir backen Muffins und gehen sie in der Stadt an Passanten verkaufen“, dies machten sie diese Woche zweimal mit beachtlichem Erfolg. Da soll noch mal jemand sagen unsere Jugend wäre schlecht und gleichgültig. Die drei haben gezeigt, dass es nicht so ist. Aber da wollen wir Erwachsenen doch nicht zurück stecken, oder? Ein paar Euro kann sicher jeder entbehren und viele Cents machen viele Euro.

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